Diabetes-Screeningtest
Zuckerbelastungstest: Diabetes (Zuckerkrankheit) in der Schwangerschaft?!
Zu den wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre im Bereich der Geburtshilfe gehört sicherlich, dass die so genannte "pathologische Glukosetoleranz" für die Gesundheit der werdenden Mutter und ihres ungeborenen Kindes erhebliche Bedeutung hat.
Hierunter versteht man eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die im allgemeinen symptomlos auftritt und durch die üblichen Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge nicht erfasst wird. Die Zuckererkrankung in der Schwangerschaft (Gestations-Diabetes) ist eben diese Störung des Zuckerstoffwechsels unterschiedlicher Ausprägung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt oder erkannt wird.
Latent erhöhte Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft steigern das kindliche Risiko für Wachstumsstörungen, Frühgeburtlichkeit und Fehlbildungen. In bestimmten Fällen können sie sogar für ein Versterben des Kindes im Mutterleib verantwortlich sein. Für die Schwangere selbst besteht eine erhöhte Gefahr, im Laufe ihres weiteren Lebens an einem Diabetes zu erkranken.
Leider wird eine gestörte Glukosetoleranz, wie bereits oben erwähnt, durch die normalen Untersuchungen in der Schwangerschaft (Zucker im Urin) nicht erfasst. Hierzu ist ein spezieller Belastungs- oder Provokationstest erforderlich, den wir Ihnen als individuelle Gesundheitsleistung anbieten.
Der Patientin wird hierbei ein hochkonzentrierter Zuckertrunk angeboten und der Blutzuckergehalt genau nach 60 Minuten bestimmt. Bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte erfolgt ein zweiter Test, der so genannte orale Glucose Toleranztest (OGTT). All diese Tests können zuverlässig in unserer Praxis durchgeführt werden. Ist auch dieser Test auffällig, erfolgt eine Vorstellung bei einem Spezialisten für die Zuckererkrankung - dem Diabetologen -. Dieser wird dann in enger Zusammenarbeit mit uns für die weitere Diagnostik und Therapie Sorge tragen.
Wir empfehlen daher allen unseren schwangeren Patientinnen die Durchführung eines Testes zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche und zwar unabhängig von Risikofaktoren in der eigenen Vorgeschichte. Bei gewissen Risiko-Konstellationen kann ein Zuckernbelastungstest (OGTT) auch schon im ersten Drittel der Schwangerschaft notwendig sein.
Aufwand und Kosten halten sich in Grenzen, der Nutzen für Mutter und Kind ist hoch!

